Die Einführung neuer Methoden und Instrumente an einer etablierten Einrichtung stößt zwangsläufig auf Hindernisse. Für Bildungseinrichtungen und die Einführung elektronischer Prüfungen scheint das größte Hindernis laut einer Umfrage des HeLF (Heads of eLearning Forum) aus dem Jahr 2018 räumlicher und/oder wirtschaftlicher Natur zu sein.
44 % der Befragten nennen die „Raumkapazität“ als das größte wahrgenommene Hindernis bei der elektronischen Verwaltung von Prüfungen und digitalen Examen, wobei die Befragten argumentieren, dass „die Anzahl der PCs und PC-Räume unzureichend ist“ und „Infrastruktur und Platz eine breitere Einführung behindern“.
Gleichzeitig wirft diese überwältigende Resonanz die Frage auf, warum nur 13 % der Befragten angeben, dass sie sich auf eine BYOD-Strategie konzentrieren.
BYOD steht einfach für „Bring-Your-Own-Device“ und bezieht sich im Bildungsbereich darauf, dass Schüler und Studenten ihre eigenen Geräte nutzen, anstatt von der Einrichtung bereitgestellte Geräte wie beispielsweise Desktop-Computer in Computerräumen.
MIT BYOD DIE BARRIERE DURCHBRECHEN
Die Einführung der elektronischen Prüfungsabwicklung unter Berücksichtigung einer BYOD-Strategie beseitigt die meisten – wenn nicht sogar alle – räumlichen und wirtschaftlichen Bedenken hinsichtlich der Investition in neue Computerräume. Da die eigenen Computer der Studierenden genutzt werden, beschränken sich die infrastrukturellen Anforderungen auf Steckdosen sowie WLAN mit ausreichender Bandbreite und Stabilität. Mit BYOD bleibt der Platzbedarf für Prüfungen unverändert, da die Studierenden die Prüfungen auf die gleiche Weise und an denselben Orten wie zuvor ablegen, jedoch mit ihren eigenen Laptops anstelle von Stift und Papier.
Widerstand gegen eine BYOD-Strategie beruht oft auf Befürchtungen, die Sicherheit zu gefährden. Viele Bildungseinrichtungen befürchten, dass sie durch die Erlaubnis, dass Studierende ihre eigenen Laptops für Prüfungen nutzen, die Kontrolle aus der Hand geben und es den Studierenden freisteht, beliebige Ressourcen, Hilfsmittel und Spickzettel zu verwenden.
Doch BYOD bedeutet nicht den vollständigen Verzicht auf akademische Integrität. Digitale Examina können in einer gesperrten Prüfungsumgebung abgelegt werden, selbst auf den eigenen Computern der Studierenden. Genau das praktiziert die Brunel University London seit 2015 bei immer mehr ihrer Prüfungen und Leistungsnachweise.
Durch den Einsatz von WISEflow für ihr digitales Examen verfügen sie über Sicherheitsmaßnahmen, die denen von institutionellen Computern problemlos in nichts nachstehen:
STUDENTEN SIND KEIN HINDERNIS FÜR DIGITALE EXAMEN
Ein weiterer Punkt, der dem BYOD-Ansatz entgegensteht, sind die Studierenden. Wohlgemerkt nicht die Studierenden selbst, sondern Stimmen aus dem Lehrkörper, die Bedenken äußern, ob die Studierenden tatsächlich über geeignete Geräte verfügen, um Prüfungen abzulegen.
Doch die Studierenden nutzen ihre Geräte bereits zu Bildungszwecken und in Verbindung mit der vorhandenen Software ihrer Bildungseinrichtung. Laut der jüngsten Jisc-Umfrage zur digitalen Erfahrung unter Studierenden gaben 93,5 % der Studierenden im britischen Hochschulwesen an, dass sie ihren Laptop zur Unterstützung ihres Lernens an ihrer Bildungseinrichtung nutzen.
Auch an der Brunel University hat man Vorteile für die Lernerfahrung der Studierenden festgestellt:
„Studierende treten heute mit Erwartungen in die Hochschulbildung ein, die durch den zunehmenden Einsatz von Technologie in ihrer Sekundarschulzeit geprägt sind. Einige Studien legen nahe, dass Studierende schneller tippen als sie schreiben können, und die Fähigkeit, Ideen in Prüfungsarbeiten zu bearbeiten und neu zu ordnen, ist für eine Generation von Studierenden selbstverständlich, die ansonsten keine Arbeiten von Hand verfassen muss. Die Studierenden können einfache Zeichnungen elektronisch erstellen oder handgezeichnete Diagramme mit der Webcam ihres Geräts erfassen, während sie für die schriftlichen Teile der Prüfung weiterhin auf Stift und Papier verzichten, um Handkrämpfe zu vermeiden. Und dank der schnelleren Auswertung am Ende der Prüfungen können die Studierenden den Prüfungsraum schneller verlassen.“
BEST PRACTICE BYOD FÜR DIE HOCHSCHULBILDUNG
Eine Strategie für digitales Prüfen, die BYOD umfasst, ist zwangsläufig mit einigen Hürden und Hindernissen verbunden. Einer der wichtigsten Aspekte bei der Einführung neuer Technologien und Arbeitsweisen ist jedoch der Austausch von Wissen und bewährten Verfahren – insbesondere für Bildungseinrichtungen. Schließlich liegt dies in ihrer Natur.
An der Brunel University hat man sich dies bei ihrem Projekt für digitale Prüfungen zu Herzen genommen. Sie haben ihre Erkenntnisse im Rahmen eines Workshops mit Vertretern anderer Bildungseinrichtungen im Vereinigten Königreich geteilt und sogar eine Konferenz unter dem Titel „Learning from Digital Examinations“ veranstaltet. Sie haben anderen Einrichtungen, die denselben digitalen Weg eingeschlagen haben, fundierte Ratschläge gegeben, beispielsweise zur Bedeutung einer stabilen WLAN-Verbindung, von Ersatz-Laptops und der „Gewährleistung angemessener Anpassungen für Studierende mit besonderen Bedürfnissen“.
Da es sich um einen fortlaufenden Prozess handelt, der erst seit drei Jahren umgesetzt wird, ist es derzeit noch schwierig, die Ergebnisse eines BYOD-Ansatzes bei digitalen Examen zu beurteilen; bisher hat die Brunel University London jedoch sehr positive Ergebnisse mit BYOD erzielt, anstatt spezielle Computerräume für Examen zu nutzen:
BLEIBEN SIE AUF DEM LAUFENDEN ÜBER DIE NEUESTEN ENTWICKLUNGEN
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Laut einer HeLF-Umfrage aus dem Jahr 2018 sind die größten wahrgenommenen Hindernisse die Raumkapazität und die Kosten, wobei viele Einrichtungen unzureichende PC-Räume, begrenzte Infrastruktur und die Kosten für die Unterhaltung spezieller Computerräume anführen.
Computerräume sind oft kostspielig, werden außerhalb der Prüfungszeiten nur unzureichend genutzt und lassen sich nur schwer skalieren. Sie erfordern hohe Investitionen in Hardware, Räumlichkeiten und Wartung, dienen jedoch nur einem einzigen Zweck.
BYOD steht für „Bring Your Own Device“. Bei Prüfungen bedeutet dies, dass die Studierenden ihre eigenen Laptops anstelle von institutionseigenen Computern verwenden, wodurch sich die Anforderungen an die Infrastruktur drastisch auf eine stabile WLAN-Verbindung und Steckdosen reduzieren.
Nein. BYOD bedeutet nicht zwangsläufig eine geringere Sicherheit. Durch die Nutzung von Plattformen wie WISEflow können Prüfungen weiterhin in einer gesperrten Umgebung auf den eigenen Geräten der Schüler durchgeführt werden, wodurch der Zugriff auf nicht autorisierte Programme und Ressourcen eingeschränkt wird.
Ja. Umfragen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden bereits ihre eigenen Laptops für das Lernen nutzt. An der Brunel University London haben BYOD-Prüfungen das Lernerlebnis verbessert, da sie schnelleres Tippen, einfacheres Bearbeiten und einen schnelleren Abschluss der Prüfungen ermöglichen.
BYOD-Prüfungen sind skalierbarer, flexibler und kostengünstiger als Lösungen, die auf institutionellen PC-Suiten basieren. Sie nutzen vorhandene Räumlichkeiten besser aus, senken die Infrastrukturkosten und sorgen für einen reibungsloseren Ablauf des digitalen Examens.