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UNIWISE | 22. JUNI 2022 |6 MIN. LESEZEIT

Anpassung an Hochschuleinrichtungen: Überlegungen aus dem JISC-Workshop zu zukünftigen Bewertungsszenarien

Die Erkenntnisse aus dem JISC-Workshop zu Zukunftsszenarien des Prüfens: Blockaden im Hochschulsektor, Treiber des Wandels und authentisches Prüfen.

Anpassung an Hochschuleinrichtungen: Überlegungen aus dem JISC-Workshop zu zukünftigen Bewertungsszenarien

Hintergrund Am 8. Juni hatte UNIwise das Vergnügen, an einem Workshop in den JISC-Büros im Zentrum Londons teilzunehmen, bei dem über zukünftige Szenarien der Leistungsbewertung spekuliert wurde. An dem Workshop nahmen Fachleute aus dem Hochschulbereich von Einrichtungen wie dem UCL, der Birmingham City University, der University of Nottingham, der Manchester Metropolitan University und der University of Reading teil.

Der Workshop umfasste Zukunftsprognosen, wobei Paul Bailey, Leiter des Bereichs Co-Design bei JISC, der Gruppe ein „Pre-Mortem“ vorstellte. Dabei mussten sich die Teams ein Szenario vorstellen, in dem ein Projekt oder eine Organisation bereits bei der Umsetzung gescheitert war. Die Projektteams mussten dann rückwärts arbeiten und die Faktoren und Hindernisse ermitteln, die zu einem solchen Scheitern geführt haben könnten.

Die Vorab-Analyse lautete wie folgt: „Wir schreiben das Jahr 2035, und trotz der zunehmenden Verbreitung des digitalen Prüfens haben viele Universitäten an traditionellen Prüfungen festgehalten. Kursarbeiten gelten aufgrund der weit verbreiteten Praxis des Vertragsbetrugs als unzuverlässig. Die Lehrenden sind durch das Korrigieren und das Verfassen von Rückmeldungen überlastet. Die Arbeitgeber sind mit den berufsbezogenen Kompetenzen der Studierenden unzufrieden. Was ist schiefgelaufen? Welche Herausforderungen und Triebkräfte haben uns an diesen Punkt gebracht?“ Jisc logo in large, physical letters at an office

Im Anschluss daran diskutierten die Projektteams verschiedene Arten von Bewertungsmethoden, die sie sich für die Zukunft wünschen – von konkret umsetzbaren Ideen bis hin zu Konzepten, die ein „umfassendes Umdenken im Bildungswesen“ erfordern würden.

Weitere Einzelheiten zu den Aktivitäten, die im Laufe des Tages stattfanden, sowie die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Workshop aus akademischer Perspektive finden Sie in Marieke Guys Blogbeitrag hier. Paul Bailey hat diesem Workshop ebenfalls einige weitere Überlegungen angefügt – diese finden Sie hier.

Blocker und Treiber

Der Pre-Mortem-Ansatz half uns, einige der Herausforderungen, mit denen Hochschuleinrichtungen heute konfrontiert sind, besser zu verstehen, ebenso wie die Faktoren, die sie als Hindernisse für akademische und leistungsbezogene Fortschritte wahrnehmen.

Eines der am häufigsten genannten Hindernisse betraf die Berufs-, Gesetzes- und Regulierungsbehörden (PSRBs) sowie die Qualitätssicherung bei Prüfungen, die außerhalb der Kontrolle der Universitäten liegen. PSRBs „wirken im Hochschulbereich durch die Genehmigung, Anerkennung und Akkreditierung von Hochschulprogrammen mit“. Diese PSRBs sind oft politische und zudem konservative Gremien und spielen eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung von Prüfungen – einschließlich der formativen Bewertung.

Die Prüfungsteilnehmer verhalten sich stets entsprechend der Art und Weise, wie sie bewertet werden. Wenn PSRBs die Formen der Bewertung vorgeben, obwohl sie außerhalb des Hochschulsektors angesiedelt sind, neigen die Universitäten eher dazu, sich an traditionellen Prüfungstechniken zu orientieren. Dies gilt auch dann, wenn eine Einrichtung sich von einem bestimmten Bewertungsstil distanziert, und die Studierenden müssen entsprechend geschult werden.

Die Diskrepanz zwischen dem Wunsch einer Universität nach Veränderung und den oft konservativen Vorschriften der PSRBs kann häufig zu Problemen führen. Diese Unterschiede bilden die Grundlage für viele der Hindernisse, die von den Hochschuleinrichtungen im Rahmen des Workshops identifiziert wurden.

Ein weiteres Hindernis, das identifiziert wurde, war ein Mangel an Klarheit darüber, was als „authentische Bewertung“ bezeichnet wird. Es scheint den Wunsch zu geben, dass Universitäten sich stärker auf berufsbezogene Aspekte der Bildung konzentrieren. Die Zurückhaltung, diesen Schritt zu gehen, beruht jedoch auf einem mangelnden Verständnis dafür, was Universitäten von berufsbildenden Einrichtungen unterscheidet, die sich auf die Ausbildung am Arbeitsplatz konzentrieren. Bildung ist heute frei und offen und nicht mehr nur ein Ort für die Elite; authentische Bewertung muss vorhanden sein, um dem gerecht zu werden.

UNIwise employees at Jisc conversing and having a good time in a meeting room

Die UNIwise-Kollegen Rikke und Mads diskutieren beim JISC-Workshop zu Zukunftsszenarien für die
Leistungsbewertung über mögliche neue Bewertungsformen

Obwohl UNIwise diese Hindernisse bereits kannte, war es sowohl interessant als auch aufschlussreich, eine Bestätigung dafür zu erhalten. Es wurde auch anerkannt, dass diejenigen, die das Bildungswesen vorantreiben, in Wirklichkeit wenigerPrüfungen wünschen. Wir agieren jedoch in einer Gesellschaft, die von Prüfungen geprägt ist, und wir müssen verstehen, dass Prüfungen ein zentrales Qualitätsmaß sind.

Über die bloße Diskussion darüber hinaus, was Hochschuleinrichtungen als Hindernisse für den Fortschritt betrachten, war es auch wichtig zu verstehen, was die Universitäten antreibt. Es war klar, dass ein echter Wunsch besteht, Prüfungen und Bewertungen stärker zu einem Lernprozess zu machen. Dies würde bedeuten, dass die Einrichtungen ein besseres Verständnis für Feedback entwickeln, die Einbindung der Studierenden sicherstellen, mehr Feedback unter Gleichaltrigen gewährleisten, eine stärkere Personalisierung ermöglichen und mehr Individualisierung in Bezug auf Prüfungen und Bewertungen zulassen.

Einfach ausgedrückt: Studierende sollten in der Lage sein, die Bewertung bereits vor ihren Prüfungen mitzugestalten. Die Einbeziehung persönlicher Interessen muss Prüfungen nicht beeinträchtigen; sie kann stattdessen das Engagement steigern und eine bessere Leistungserbringung gewährleisten. Dies war ein wichtiger Antrieb für die Einrichtungen.

Die Bedeutung der Ausrichtung

Der Workshop war wertvoll, um UNIwise sowohl über die treibenden Kräfte als auch über die Hindernisse zu informieren. Nur wenn wir beide Seiten verstehen, können wir sicherstellen, dass wir mit den Hochschulen auf einer Linie liegen. Ein grundlegendes Verständnis dafür, wie und warum Universitäten funktionieren, sowie die Ermittlung ihrer Zukunftswünsche tragen dazu bei, die Art der Gespräche zu gestalten, die wir mit unseren Kunden führen.

„Wir möchten die Zukunft der Leistungsbewertung mitgestalten.“

Der Workshop war insbesondere durch die Teilnahme verschiedener Fachleute aus dem Hochschulbereich von großem Nutzen. Durch den Austausch mit Personen, die auf unterschiedlichen Ebenen in verschiedenen Einrichtungen tätig sind, konnten vielfältige Perspektiven einfließen. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Diskussionen stets realitätsnah blieben und den Sektor repräsentativ widerspiegelten.

Es war eine großartige Erfahrung, außerhalb von Vertragsverhandlungen eine aktive Rolle in den Diskussionen mit Hochschuleinrichtungen zu übernehmen. Rasmus Blok, Mitbegründer und Geschäftsführer von UNIwise, kommentierte: „Der Workshop bot eine großartige Gelegenheit, uns mit den Hochschuleinrichtungen abzustimmen und sicherzustellen, dass wir nicht nur verstehen, was die Universitäten antreibt, sondern auch, was sie als Hindernisse betrachten. UNIwise beabsichtigt, diesen Weg auch in Zukunft fortzusetzen und mit Organisationen wie JISC zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass wir allen unseren Kunden einen fundierten und qualitativ hochwertigen Service bieten. Wir möchten einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft der Leistungsbewertung leisten.“

Wir freuen uns auf den anschließenden Online-Workshop am 7. Juli, bei dem wir uns eingehender mit den Fragen befassen werden, die während unseres Besuchs in den JISC-Büros aufgeworfen wurden, und uns fragen werden: „Was muss als Nächstes getan werden?“

Wir sind für Sie da

Ob Sie gerade mit digitalen Prüfungen beginnen oder mehr daraus machen möchten – wir zeigen Ihnen gern, wie andere Hochschulen sie in der Praxis umsetzen. Kontaktieren Sie uns oder fordern Sie eine Demo an. 
Rasmus Blok from UNIwise showing WISEflow on a large screen to a conference visitor

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